Wenn ich darüber nachdenke, was es so schwer macht, einfach immer ich selbst zu sein, so fallen mir da ganz unterschiedliche Gründe ein.

Jeder Mensch hat seine eigene Lebenserfahrung und sein eigenes Empfinden. Jede Entscheidung, die man im Laufe des Lebens trifft ist individuell. Und dennoch denke ich, dass es eine Schnittmenge gibt. Einen Kernpunkt, in dem wir uns alle sehr ähneln – ja, vielleicht sogar gleich sind:

Wir alle wollen anerkannt sein.

Und nicht nur das. Wir wollen geliebt sein. Und genau aus diesem Grund mögen wir es einfach nicht, wenn wir Ablehnung erfahren.

Und dies ist der Kernpunkt. Man kann sogar von einer Kernangst sprechen. Der Angst vor Ablehnung. Sicherlich gibt es noch etliche andere Gründe, die uns daran hindern wir selbst zu sein. Und eins haben diese Gründe gemeinsam – sie unterliegen einer Angst. Und diese Ängste basieren auf den Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben.

So höre ich in mir ganz oft die gleichen Sätze, wenn ich mit mir hadere, wie ich denn nun handeln „soll“. Es kommen immer wieder die gleichen Bedenken hoch. Vielleicht kommt Euch der eine oder andere Satz ja bekannt vor. Ich liste sie hier einmal auf:

  • Was soll den XYZ von mir denken, wenn ich das so mache?
  • Uff, das kann ich doch gar nicht.
  • Beim letzten Mal hat das auch schon nicht funktioniert.
  • Das geht bestimmt wieder schief.
  • So etwas macht man doch nicht./Das gehört sich einfach nicht.
  • Wenn ich das sage, gibt es bestimmt Streit.
  • Sie werden mich für völlig durchgeknallt haben.
  • Es ist bestimmt falsch, was ich da gerade sagen will.
  • Da hat der andere/die anderen bestimmt keine Lust zu.
  • Ich kann doch jetzt nicht „NEIN“ sagen. Das wäre egoistisch oder unhöflich.

Na, habt ihr Euch in dem einen oder anderen Satz wieder erkannt?

Man könnte nun einen Schritt weiter gehen und mal schauen, welche Ängste hinter solchen „Gedanken-Sätzen“ stehen können.

Diese könnten z.B. sein:

  • Angst vor Ablehnung
  • Angst zu Versagen
  • Angst vor Veränderung
  • Angst vor Streit/Auseinandersetzungen
  • Angst vor Verletzungen.

Und wenn ich hierüber einmal nachdenke, so kommen diese zwei Fragen in mir hoch:

  1. Ist es wirklich so, dass wir es verlernen auf uns zu hören?
  2. Haben wir es jemals gelernt, auf uns zu hören?

Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass man mir in meiner Kindheit etwas davon gesagt hat, dass ich auf mich selbst vertrauen soll und kann. Oder auch das mit dem Bauchgefühl…also diesen Satz: „Höre auf Dein Bauchgefühl!“….. habe ich als Motivation oder Entscheidungshilfe nicht gehört. Naja, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern.

Zusammenfassend stelle ich fest, dass das was uns am meisten davon abhält das zu tun, was wir wirklich wollen, die Angst vor Ablehnung ist.

Um jedoch mehr vom „einfach-sein“ im eigenen Leben zu haben, ist es wichtig, dass man mal in sich hinein hört, wenn man sich gegen sich selbst entscheidet.

  • Was sind das für Sätze, die mir genau dann durch den Kopf schießen?
  • Wovor genau habe ich Angst?
  • Welche Konsequenzen könnten entstehen, die ich befürchte?

Die Antworten auf diese Fragen haben mir viel Klarheit über mich selbst gegeben. So habe ich erkennen können,  dass nicht jede Angst wirklich begründet ist.

Und diese Fragen stelle ich mir immer wieder, wenn ich feststelle, es fällt mir gerade schwer, mein „Ding“ zu machen.

Natürlich gibt es auch die Situationen, in denen ich erst im Nachhinein feststelle, dass ich mir selbst untreu geworden bin. Auch dann helfen die Fragen noch um Klarheit zu bekommen.

Vielleicht versucht Ihr es einmal und erzählt mir davon, was Ihr so für Erfahrungen macht. Was fällt Euch schwer und was fällt Euch leicht?

Liebe Grüße
Silke

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2 Gedanken zu „Was macht das „einfach-SEIN“ so schwer?

  1. Liebe Silke Daein Blog ist großartig. Genau diese Freagen stelle ich mir auch immer, wenn ich Einfach sein will. Auch das Denken für andere. Der oder die hat darauf bestimmt keine Lust oder Zeit. Ich entscheide dann nicht zu fragen, weil ich denke, die will eh nicht. Aber wie komme ich drauf? Warum frage ich nicht einfach?
    Auch bei der Arbeit. Ich geh, trotz Schmerzen oder anderer Krankheiten arbeiten, weil ich von meinen Kolleginnen nicht erwarten kann,dass sie dann mehr arbeiten müssen. Somit mache ich mich körperlich und psychisch noch mehr krank. Nur damit ich vor den anderen als „HELD“ dastehe? Ich weiß es nicht. Die Gesundheit gibt einem niemand wieder.
    Warum vertraut man manchmal seinem Bauchgefühl nicht? Wie du schon schreibst. …. Ich hab es als Kind auch nicht gesagt oder gelernt bekommen.
    Vielen Dank für deine Worte.

    Ganz liebe Grüße Betti

    • Hallo liebe Betti,

      ersteinmal „danke“ für Dein Lob. Ich denke wir fragen in bestimmten Situationen einfach nicht nach, weil unsere Gedanken für uns die „Wahrheit“ sind.
      Wir sind so überzeugt von den Gedanken, die wir da haben, dass wir sie nicht in Frage stellen.
      Und daher stellen wir auch keine Fragen. Die stellen wir ja nur, wenn wir Zweifel haben…etwas nicht genau wissen.
      Doch wenn wir einmal erkannt haben, dass unsere Gedanken, die da automatisch in uns ablaufen, uns eine „falsche“ Wahrheit vorgaukeln, dann kommen Zweifel.
      Und wenn wir die haben, dann kommen automatisch die Fragen….Wobei es ein langer Prozess ist, dieses Umdenken.

      Liebste Grüße und einen wundervollen Sonntag.
      Silke

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