Wie ich zur „Spiritualität“ kam…….

„Spirituell“ zu sein, ist für mich sehr normal geworden. Denn dieser „Schritt“ war für mich zunächst alles andere als „normal“.
Bis zu meinem 38. Geburtstag hatte ich keinerlei Berührungspunkte mit dem Thema. Ja, ich bin katholisch gestauft, bin mit zur Kommunion gegangen und wenn ich jetzt ganz ehrlich bin, so war ich auch 3 Jahre Messdienerin. Doch tiefe, berührende Erkenntnisse hatte ich nicht.

An meinem 38. Geburstag besuchte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Kartenlegerin. Damals hatte auch das für mich nichts mit Spiritualtiät zu tun. Auch das Wort „Esoterik“ kam damals genau so wenig in meinem Leben vor. Ich war einfach neugierig.
Ich hatte mich gerade von meinem 1. Mann getrennt und dachte, das wäre doch mal was. Mein Leben lag völlig neu vor mir. Ich hatte keine Ahnung, wie es weiter gehen sollte und konnte. Also gab ich mir einen Stups und wagte mich in dieses „Abenteuer“.

Die Erfahrung war toll. Die Kartenlegerin beeindruckte mich sehr. Sie bot mir an, mich auszubilden. Doch der Trubel rund um meine Trennung machte hier erstmal einen Strich durch die Rechnung

Kurze Zeit später lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Mein Leben wurde sehr temporeich. Wir zogen schnell zusammen und genossen unsere Liebe. Die Zeit ging ins Land. Doch mein Interesse für die Karten blieb. Ich hatte mich in einem Esoterikforum angemeldet und las dort bei Gelegenheit immer mal ein wenig mit. Außerdem hatte ich eine Internetseite gefunden, wo ich mir jeden Morgen einen Tageskarte ziehen konnte. Dies hatte sich zu einem schönen täglichen Ritual entwickelt.

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Das „Wachrütteln“……

Anfang des Jahres 2013 kam mein neuer Partner von der Arbeit und sagte, dass er sich gar nicht gut fühle. Er klagte über eine Brustenge und Gliederschmerzen. Er tat es als Grippeanzeichen ab. Er schlief die Nacht schlecht und beschloss am kommenden Morgen zum Arzt zu gehen. Wir verabschiedeten uns an dem Morgen wie gewohnt.
Ich stieg in mein Auto und fuhr zur Arbeit. Doch mein Gefühl, tief in meinem Inneren, war ein gutes. Ich spürte, dass er mehr als nur eine Grippe hatte und war voller Sorgen. Es war so ein ganz klares Gefühl, dass mir sagte:“hier kommt jetzt mehr!“

Als ich da so in meinem Auto saß, kam mir der Gedanke an einen Eintrag aus dem Esoterikforum. Dort wurde beschrieben, wie man mit seinem Schutzengel Kontakt aufnehmen kann. Dort stand, dass man einfach nur reden müsse. Dass die Engel darauf warten, und sich freuen, zu helfen. Nie zuvor hatte ich auch nur einen Gedanken daran verwendet, dass ich ja einen Schutzengel haben könnte – doch in diesem Moment war der Gedanke ganz stark.

Ich entschied mich ganz schnell, es einfach zu tun. Ich weiß noch, dass ich mich fragte, was wohl die anderen Leute denken würden, wenn sie mich dort redend im Auto sehen würden. Doch ich dachte, sie würden wohl denken, dass ich zum Radio mitsingen würde.

Also tat ich es. Ich fing an zu reden. Ich sagte: „Lieber Schutzengel. Höre mir bitte gut zu. Ich habe da eine Riesenbitte. Ich weiß, dass ich noch nie mit dir zuvor gesprochen habe. Und ich weiß, dass es sehr unhöflich ist, dir gleich mit einer Bitte zu begegnen. Doch ich habe gerade gar keine andere Möglichkeit. Mein Schatz fühlt sich seit gestern gar nicht gut. Und irgendetwas in mir sagt mir, dass das hier gerade keine Kleinigkeit ist, mit der er sich herumschlägt. Bitte steh ihm bei und mir auch in dieser Situation. Er wird noch gebraucht. Seine Kinder brauchen ihn und ich auch. Bitte gib uns die Kraft alles zu schaffen, was sich jetzt ereignet. Vielen, vielen Dank!“

Beim Sprechen meiner Worte fühlte es sich so an, als wäre der Beifahrersitz meines kleinen Corsas aufeinmal besetzt. Als säße dort jemand. Es war ganz eigenartig.

Jedenfalls stellte sich mein Gefühl, was die Erkrankung meines Mannes betraf, als richtig heraus. Zwei Tage später erhielt er die Diagnose: Herzinfarkt.

Es waren vier sehr schwierige Tage für uns. Und die ganze Zeit sprach ich mit den Engeln. Immer und immer wieder. Und auch wenn ich in unglaublicher Sorge war, so spürte ich in mir ein Gefühl der Zuversicht. Ein Wissen darum, dass alles „gut“ werden würde.

Ich bekam Antworten

Vier Tage nach der Diagnose konnte mein Mann entlassen werden. Er wollte mich nach der Visite anrufen, damit ich ihn im Krankenhaus abholen konnte.

Ich war so dankbar, dass er wieder bei mir sein konnte. Dass ihm nichts weiter passiert war und wir unser gemeinsames Leben fortsetzen konnten.

Ich holte eine Kerze und zündete sie an. Ich bedankte mich bei den Engeln für das, was sie getan hatten. Ich war überzeugt davon, dass sie uns behilflich waren.

Wie ich dort so saß und mit ihnen sprach kam mir ein eindringlicher Gedanke: Block und Stift, Block und Stift….
Und ich dachte:“Mensch Silke, was willst du denn jetzt mit nem Block und einem Stift. So ein Unsinn…!“ Doch die Gedanken wurden immer lauter und immer eindringlicher.
Plötzlich wurde mir klar: das sind nicht meine Gedanken. Das ist nicht die Stimme in mir, die sonst immer im Selbstgespräch mit mir redet. Das bin nicht ICH, die da mit mir spricht.

Und so sagte ich ganz laut: „Ich weiß nicht, wer da mit mir spricht. Aber ich habe jetzt ein bisschen Angst. Ich hole einen Block und einen Stift. Aber auch ne Packung Zigaretten. Das haut mich gerade echt um!“.

Gesagt getan. Ich holte den Block und den Stift. Und ich fing an zu schreiben. Es war eine Botschaft von meinem Engel. In der er mir erklärte, warum mein Mann so schlimm erkrankt war. Er sagte mir, dass alles wieder gut wird, wir aber doch einmal darüber nachdenken sollten, unser Leben etwas anders zu gestalten. Näher möchte ich hierauf nicht eingehen….

Doch der Kontakt endete nicht. Als mein Schutzengel „fertig“ mit seinem Gespräch war, meldete sich die Kartenlegerin, bei der ich Jahre zuvor zum Kartenlegen war. Sie bat mich, an meinen PC zu gehen und eine Seite aufzurufen.
Ich besuchte die Homepage einer Kartenlegerin. Ich hatte diese Homepage noch nie gesehen. Über das Kontaktformular dort schrieb ich dieser Dame eine Botschaft im Namen meiner verstorbenen Kartenlegerin. Ich schrieb von Details aus ihrem gemeinsamen Leben…ich bedankte mich dafür, dass sie eine so treue Schülerin gewesen ist und noch vieles mehr. Ich betätigte die Entertaste – verschickte die Mail – und begriff, was da in der Stunde zuvor alles geschehen war.

Ich war ruhig und aufgeregt zugleich. Ich hatte die Botschaft eines Engels aufgeschrieben und eine Botschaft aus dem Jenseits weitergeleitet – einfach so.

Eben noch hatte ich in der Küche gesessen und auf den Anruf meines Mannes gewartet, und nun das. Ich kann dieses Gefühl gar nicht benennen. Ich hatte keine Angst, denn ich wußte mit dem Herzen, dass alles richtig und gut war. Doch ich war total verwirrt, denn nie hätte ich die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass dies überhaupt möglich war. Denn geschweige denn, dass es mir möglich war.

Und dies war der Moment, in dem ich wach war. In dem ich wußte: da ist mehr, als ich sehen kann, mehr als ich mit meinen Händen fühlen und greifen kann. Da ist ein vielfaches mehr.

Von diesem Augenblick an, war es so, als gäbe es keinen Weg mehr zurück. Keinen Weg mehr, in das Leben, dass ich führte, bevor ich anfing mit schreiben. Mein Leben war ein anderes. Ich wußte noch nicht wie – aber es war ein anderes.

 

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