Es ist Herbst geworden in Deutschland. Spätestens seit der Uhrenumstellung am vergangenen Wochenende ist er auch bei mir angekommen.

Draußen ist es kühl und regnerisch. Jene Regentropfen, die ich seit meiner Kindheit mit dem Feiertag „Allerheiligen“ in Verbindung bringe.
Düstere und triste, fast nebelige Tage, in denen der Regen in hauchdünnen Nieselfäden auf die Erde rieselt.
Es macht den Anschein, als würde es gar nicht hell.
Überall liegen die verfärbten Blätter der Bäume auf der Erde. Es wirkt trostlos und nass.

Und kaum macht sich der Herbst optisch für uns bemerkbar, so werden die ersten Stimmen laut, die vom Herbstblues reden. Menschen unterhalten sich über zunehmende Müdigkeit und Mattigkeit und beschweren sich über die fehlende Lebensenergie.

Auch ich stelle fest, dass ich mehr Schlaf brauche. Ich fühle mich nicht so energiereich wie an Sonnentagen und mag es, mich zurückzuziehen. Ich habe mir eine neue Teekanne gekauft und genieße es, eingemummelt in eine Decke, den ersten Tee in diesem Herbst/Winter zu genießen.

Meine Stimmung ist eine ganz andere, als noch vor ein paar Wochen. Ich mache mir Gedanken darüber, wie ich meinen Weg weiter gehe. Was mir wichtig ist, was Priorität für mich hat. Ich entdecke mich, wie ich immer mehr Gedanken mit Tiefgang habe.

Ich finde diese Zeiten sehr wichtig. Und ich bin fest davon überzeugt, dass uns die Natur ein gutes Vorbild ist.
Früher orientierten sich die Menschen sehr stark an der Natur. In unserer schnelllebigen Zeit haben wir diese Anbindung aufgegeben. Wir haben uns losgelöst vom Rhytmus, den die Natur uns vorgibt. Wenn es früher dunkel wird, dann erhellen wir eben mit unserer Elektrizität unsere Räume. Ist es kalt, dann schalten wir die Heizung an.

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Doch steckt vielleicht doch viel mehr hinter diesen Rhytmen? Können wir hier vielleicht doch etwas lernen, was das Leben für uns einfacher oder gar verständlicher macht?

Was passiert eigentlich da draußen in der Natur? Die Tage werden kürzer und die Nacht wird länger. Wenn ich hier logisch überlege, so fällt mir dazu ein, dass die „aktive“ Zeit kürzer wird und die „passive“ Zeit länger wird.
Ebenso werfen die Bäume ihre Blätter ab. Sie ziehen die Kräfte zurück in das Notwendige, in das Wesentliche. Nur nackte Äste, Stamm und Wurzeln bleiben über. So sammelt der Baum Kraft, um im Frühjahr neue Triebe zu bekommen und ein neues Blattkleid. Er sammelt die Kraft fürs Wachstum im Frühjahr.

Wir Menschen unterstützen in unseren Gärten die Natur bei ihrem Tun. So entdecke ich viele Nachbarn, die jetzt Ihre Bäume zurückschneiden und ihre Rosen und Stauden putzen und winterbereit machen.

Warum sollte dies, was in der Natur völlig von alleine und natürlich abläuft nicht auch für uns gelten?

Ist die Natur hier vielleicht in kostbarer Ratgeber – ja vielleicht sogar Vorbild?

Wenn wir uns bildlich vorstellen, was unsere Blätter sind, die wir abwerfen…was könnte es sein? Was ist es, was in unserer schnelllebigen Zeit Energie in Anspruch nimmt, die wir „besser“ für uns nutzen könnten?

Geht es jetzt vielleicht darum uns darauf zu besinnen, was für uns wesentlich ist? Geht es darum, uns zu erinnern und uns bewusst zu machen, was unsere Werte sind, die wir weiterleben wollen?
Was ist es, was uns nicht mehr gut tut? Was ist es, was wir loslösen können um uns im Frühjahr an Neues zu machen?

Vielleicht ist es eine gute Idee, die ruhigen Momente, die diese Jahreszeit uns bietet einmal genau für die Antwortsuche auf diese Fragen zu nutzen.
Neue Pläne zu schmieden. Zunächst einmal ganz für uns alleine und auch mit unseren Partnern. Wo soll die Reise hingehen? Welche Ziele warten auf uns? Was wollen wir noch entdecken in unserem Leben? Welche Erfahrungen warten darauf, in die Tat umgesetzt zu werden? Gibt es vielleicht Dinge oder Unternehmunge, die wir schon lange vor uns hinschieben und nun endlich angehen können?

Was sind es für Dinge, die uns nicht mehr gefallen in unserem Leben? Gibt es vielleicht Menschen in unserer Umgebung, die uns mehr „belasten“ als sie uns Energie verleihen? Freundschaften, die nicht mehr förderlich sind, sondern eher hinderlich in unserer Weiterentwicklung?
Gibt es vielleicht Situationen, in denen es uns gut tun würde unseren Blickwinkel zu ändern und vielleicht zu festgefahren sind in unserem Lebensrhytmus?

Was denkt Ihr? Mir gefällt es, mir vorzustellen mich von Dingen zu lösen, die es mir schwerer machen als ich es möchte. Und die Vorstellung mein Leben mit neuen Dingen zu füllen, die mich begeistern und auf die ich neugierig bin begeistert mich.

Ich wünsche Euch eine schöne Herbstzeit mit einem erfolgreichen „Abwerfen“ Eures Blätterkleides.

Liebste Grüße
Silke Strote

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