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Dieses Gedankenkarussell in mir, war eine sehr große Herausforderung. Ich war wirklich lange darin gefangen. Es fiel mir mitunter sehr schwer zu schlafen. So habe ich nächtelang bis in die frühen Morgenstunden wach gelegen. Bin von einem Gedanken zum nächsten „gehüpft“ und es war mir kaum möglich einen Gedankengang abzuschließen.
Vielmehr kamen immer neue Gedanken hinzu.

Dieses lange Wachliegen entwickelte sich für mich zu einem weiteren Problem. Denn ich bekam Angst davor ins Bett zu gehen. Ich hatte Angst erneut wach zu liegen – nicht schlafen zu können. Tagsüber war ich müde und unkonzentriert, denn durch meine Berufstätigkeit konnte ich nicht ausschlafen. Es fühlte sich halt einfach wie ein weiteres Hamsterrad an, aus dem ich aussteigen wollte.

Während meines Klinikaufenthalts im Jahr 2008 bekam ich dann einige wertvolle Tips, die ich gut umsetzen konnte. Sicherlich konnte ich nicht alles für mich gebrauchen, doch ich habe so einiges ausgetestet und als „brauchbar“ übernommen. Vielleicht helfen meine Tips aus meiner eigenen Erfahrung, Dein eigenes Gedankenkarussell zu entschleunigen, so dass es sich für Dich angenehmer anfühlen kann. Unsere Gedanken sind kostbar, doch wenn sie so schnell durch unseren Kopf rasen, sind sie sehr unproduktiv. Sie bringen uns nicht weiter, verschaffen keine Klarheit, denn wir kommen zu keiner „Lösung“.  Hier sind also meine eigenen Strategien als Impuls für Dich:

Ganz gezielte Ablenkung von den Gedanken

Beschäftige Dich eine bestimmte Zeit am Tag so intensiv, dass Dein Gedankenkarussell überhaupt keine Chance hat in Gang zu kommen. Bei dieser Tätigkeit muss sowohl der Verstand durch Gedankenprozesse beschäftigt sein, als auch der Körper durch aktives TUN. Ich habe zum Beispiel angefangen zu zeichnen während dieser ganz „schlimmen“ Zeit. So war mein Verstand damit beschäftigt die Vorlage fürs Zeichnen zu betrachten und diese in eine gezeichnetes Bild „unzuwandeln“. Das heißt ich war vollends damit beschäftigt zu malen. Meine Gedanken hatten durch die erforderliche Konzentration darauf, gar keine Gelegenheit in eine andere Richtung zu laufen und das Karussell wieder zu starten.
Beim Fernsehschauen beispielsweise tun wir „aktiv“ nichts. Wir sind nicht so konzentriert, dass die Gedanken bei der Handlung des Films bleiben. Sie können ebenso starten und wir verlassen die Filmszene und richten unsere Aufmerksamkeit wieder auf das Karussell und setzen es so (unbewusst) in Gang.

2. Entspannungstechniken anwenden

Hiermit meine ich ganz bewusste Formen der Entspannung, wie z.B. Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.
Auch hier entscheidest Du selbst, welche der Arten für Dich in Frage kommen. Ich selbst konnte am Anfang mit einer Meditation zur Musik nichts anfangen. Vielmehr brachte es mein Gedankenkarussell so richtig in Fahrt und ich habe mich dann noch zusätzlich über mich selbst geärgert, dass ich nicht in der Lage war zu meditieren.
Ich brauchte am Anfang eine gezielte Umlenkung meiner Gedanken. Dies habe ich bei geführten Meditationen und bei der Muskelentspannung nach Jacobson erfahren. Es waren für mich zwei tolle Möglichkeiten, mal ohne Grübelei zu sein.
Bei einer geführten Meditation wird man gedankenlich an einen Ort geführt. Und unser Verstand hat damit zu tun, den Worten zu lauschen und sie in Bilder umzusetzen. Hier bleibt dann keine Zeit dazu, zu Problemem umzuschwenken. Unser Gehirnskasten ist mit anderen Dingen beschäftigt.
Bei PMR (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson) ist es so, dass man Entspannung durch gezielte Anspannung erfahren soll. Bei mir hat das super geklappt. Es geht darum, dass man Muskelgruppen anspannt und sie dann wieder entspannt. So erfährt man den Unterschied. Gleichzeitig wird die tiefe Atmung trainiert. Auch das empfinde ich als sehr kostbar.
Zu allen drei Formen der Entspannung gibt es kostenlose Angebote auf Youtube. So dass man, um es für sich auszutesten, gar kein Geld in die Hand nehmen muss.

3. Probleme aufschreiben

Auch dies ist eine Möglichkeit, die mir viel Erleichterung gebracht hat. Meine eigenen Probleme erstmal ungefiltert aufzuschreiben. Eine Liste zu erstellen und einfach mal runterzurattern. Vielleicht einfach mal eine Überschrift zu setzen wie z.B.: was macht mir gerade das Leben schwer? – und loslegen. Alternativ: Was habe ich derzeit für Probleme?
Wenn man diese Liste dann vor sich liegen hat, so ist man in der Lage zu erkennen, welche Probleme zusammengehören.
Denn oft ist es so, dass sich aus einem Problem ein weiteres ergibt.
Schön erkennt man das an dem Problem der Schlaflosigkeit. Kann man nicht schlafen, so entwickeln sich weitere Probleme.
Dadurch ist wunderbar erkennbar, welches Problem überhaupt gelöst werden muss, um andere Probleme gleich mitzulösen.
Das heißt auf die Schalflosigkeit bezogen:
Wenn ich mein Problem gelöst habe, nicht mehr schlaflos zu sein, so bin ich morgens ausgeschlafener. Ich kann mich wieder konzentrieren. Ich habe keine Angst mehr vor dem zu Bett gehen usw….

Was bring mir das überhaupt?

Wenn die Gedanken eine Zeit lang zur Ruhe kommen, so kannst Du Kraft sammeln. Und nicht nur das. Du begegnest Deinen Problemen neu. Es gibt doch diesen Satz: ich kann vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Genau so ist das mit dem Gedankenkarussell. Wenn du immer und immer wieder aus der gleichen Perspektive die Probleme betrachtest wird sich nichts ändern. Vielmehr ist es so, dass zu den bereits vorhandenen Problemem immer neue hinzukommen. Stopst Du jedoch die Gedankengänge, so gelingt dir vielleicht der wichtige Perspektivenwechsel und du kannst handeln – denn Du hast einen Lösungsansatz gefunden.

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Ausprobieren.

Liebe Grüße
Silke

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